Harmonielehre
In der Harmonielehre werden grundlegende Kenntnisse in der harmonischen Analyse vermittelt. Im Zentrum stehen absolute und relative Bezeichnungssysteme. Zu den absoluten Systemen gehören Akkordsymbole und Generalbass, weil sie den Akkordinhalt anzeigen; zu den relativen Systemen gehören Stufen und Funktionen, weil sie den Akkordkontext anzeigen. Ziel der harmonischen Analyse ist es, zwischen den beiden Systemen fließend „übersetzen“ zu können. Eine wichtige Rolle spielen auch Satzmodelle im Seminar — sie werden sowohl in klassischen als auch in populären Stilen untersucht und am Klavier praktisch eingesetzt. Auch die Prinzipien der Stimmführung werden im Kontext des Chorals thematisiert. Schließlich werden Strategien der Liedbegleitung praktisch erprobt.
Gehörbildung
In der Gehörbildung wird das relative Gehör anhand melodischer, rhythmischer, harmonischer sowie Repetoire-Diktate trainiert. Beim relativen Gehör werden Töne als Skalentöne 1, 2, 3, 4, 5, 6 oder 7 innerhalb der Tonleiter eingeordnet. Beim absoluten Gehör hingegen werden Töne anhand von Buchstaben (a, b, c) oder Solfège-Silben (do, re, mi) identifiziert, unabhängig vom tonalen Kontext. Melodie- und Repertoire-Diktate werden in kurze Segmente unterteilt, die man auswendig lernen kann. Dabei werden Segmente zunächst auf einer neutralen Silbe nachgesungen, anschließend mit Skalentönen versehen und schließlich in die angegebene Tonart übertragen. Harmoniediktate sind die gleichen Satzmodelle, die in der Harmonielehre behandelt werden, was Synergien zwischen beiden Seminaren hervorbringt.
Historische Satzlehre
Auf dem Datenrepositorium der TU Dortmund, TUDO-Data, findet man zahlreiche Open-Access-Veröffentlichungen zur historischen Satzlehre in modernen Editionen und englischen Übersetzungen. Zu den dort vertretenen Personen zählen Händel, Mozart, Telemann, C. P. E. Bach, J. C. Kittel, F. J. Fétis und Nadia Boulanger. Zu den Themenfelder gehören:
- Choralharmonisierung
- Generalbass
- Satzmodelle
- Solfeggio und Diktat
- Kontrapunkt
