Mitternachtssonne und Mozart: Konzertreise führt TU Kammerchor und -orchester nach Finnland







Schon bei der Ankunft in Helsinki lag eine besondere Stimmung in der Luft. Die langen hellen Abende, das fast immerwährende Licht der nordischen Frühsommernächte und die entspannte Atmosphäre der finnischen Hauptstadt inspirierten unsere Reise. Bei einem ersten Spaziergang durch die Stadt ging es vorbei an der beeindruckenden Domkirche, über den Marktplatz am Hafen bis zur modernen Zentralbibliothek Oodi, die eigentlich mehr ein kreativer Spielplatz mit Gitarren, Nähmaschinen, 3D-Drucker oder Gaming-PCs ist. Den Abschluss des ersten Tages bildete der Besuch einer Aufführung von Gesangs-Studierenden der Sibelius-Akademie, einer szenischen Auseinandersetzung mit weiblichen Schicksalsfiguren und den Herausforderungen von Frauen unterschiedlicher Epochen.
Am nächsten Tag besuchten die Studierenden die Europäische Chemikalienagentur und erhielten einen intensiven Einblick in die Arbeitsweise der EU und ihrer Institutionen. Am Nachmittag verwandelte sich die Helsinkier Domkirche in einen großen Probenraum. Während sich Orchester, Solisten und Chöre auf die Konzerte vorbereiteten, wuchs auch das musikalische Zusammenspiel mit dem finnischen Partnerchor Kampin Laulu immer enger zusammen. Wir staunten darüber, wie schnell zwischen Fremden ein gemeinsamer Klang entstehen kann (schließlich verständigt man sich in der Musik ohnehin am besten) und spürbare Vorfreude auf die bevorstehenden Aufführungen wuchs. Bevor die ersten Töne vor Publikum erklangen, wurde allerdings intensiv geprobt.
Zwischen den Proben und Konzerten blieb Zeit, Finnland auch abseits der Konzertsäle kennenzulernen. Auf der historischen Festungsinsel Suomenlinna führte der Weg vorbei an alten Bastionen und entlang der felsigen Ostseeküste und wir hatten Gelegenheit, einiges über die finnische (Militär-)Geschichte zu lernen. Zu solchen Gelegenheiten wurde außerdem ausgiebig die finnische Küche ausprobiert. Für viele gehörte eine dampfende Schale Lohikeitto, der traditionellen Lachssuppe, ebenso zum Reiseerlebnis wie eine herzhafte Rentiersuppe. Dazu kamen Karelische Piroggen, frisch gebackene Zimtschnecken und finnische Beerenspezialitäten.
Das Konzert im Dom von Helsinki vor rund 300 Zuhörenden wurde für alle Beteiligten zu einem unvergesslichen Erlebnis. Gemeinsam mit a-cappella-Chorwerken und Lars-Erik Larssons Lyrisk fantasi erklang ein abwechslungsreiches Programm, das vom Publikum mit großer Aufmerksamkeit und langanhaltendem Applaus aufgenommen wurde.
Bei einer Führung hinter die Kulissen der Finnischen Nationaloper erhielten die Studierenden am nächsten Tag spannende Einblicke in den Betrieb eines der modernsten Opernhäuser Europas, bevor die Reise uns weiter in das idyllische Porvoo führte. Die historische Altstadt mit ihren farbenfrohen Holzhäusern, kleinen Gassen und Cafés lud dazu ein, vor dem zweiten Konzert im Dom von Porvoo noch einmal durchzuatmen.
Den wohl schönsten Abschluss fand die Reise jedoch nicht auf der Konzertbühne, sondern beim gemeinsamen Begegnungsabend auf dem Kiala Manor. Deutsche und finnische Sänger kamen bei gutem Essen, Gesprächen und Spielen zusammen und ließen die vergangenen Tage Revue passieren. Besonders bewegend war das gemeinsame Singen deutscher und finnischer Lieder, die die Ensembles eigens füreinander ausgesucht hatten.
Als die Reisegruppe schließlich nach Dortmund zurückkehrte, hatte sie nicht nur zwei erfolgreiche Konzerte im Gepäck. Vor allem die gemeinsamen Erlebnisse, die besondere Atmosphäre Helsinkis und Porvoos und das Zusammentreffen mit dem Kammerchor Kampin Laulu werden allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben.
Die Reise wurde freundlicherweise durch die TU Dortmund, den DAAD, das Goetheinstitut, die Gesellschaft der Freunde und Förderer der TU Dortmund, die WILO Foundation und Dortmunder Universitätsorchester e.V. kofinanziert.
